ever elusive

Unter dem Titel ever elusive feiert die transmediale vom 2. Februar bis zum 5. März 2017 ihr 30-jähriges Bestehen. Im Kontext von sich ständig verändernden Medienkulturen beschäftigt sich ever elusive im Dialog mit der Vergangenheit mit den dazugehörigen kontinuierlichen Verschiebungen: Vor dem Hintergrund ihres über Jahre gesammelten Wissens diskutiert die diesjährige Ausgabe der transmediale die flüchtige Rolle der Medien in Bezug auf die Förderung und die Verschleierung neuer Formen von Handlungsmacht. Wer oder was agiert in einer Kultur der kontinuierlichen Vermittlung?

Der Titel ever elusive verweist dabei gleichermaßen auf die Flüchtigkeit von sich ständig verändernden Medienkulturen wie auf die transmediale selbst, die sich jeglicher Festlegung widersetzt und bewusst kontinuierlich ihre Position verändert.
Angesichts der gegenwärtigen Krisensituationen sind die Teilnehmer_innen eingeladen zu reflektieren, was es bedeutet, sich in turbulenten Zeiten feststehenden Identitäten zu verweigern und stattdessen neue spekulative Haltungen zu entwickeln, die über „Mensch-Maschine”- und „Natur-Technologie”-Dichotomien hinausgehen.

 

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festival
02–05.02.2017

ever elusive

Am 2. Februar 2017 wird das dreitägige Festivalprogramm im Rahmen von ever elusive im Haus der Kulturen der Welt eröffnet. Das rund 50 Veranstaltungen umfassende Festival erforscht im Konferenz- und Screeningprogramm, in Workshops und Performances, wie Informationssysteme und hybride Technoökologien an der Dezentrierung des Menschen mitgewirkt haben. Das Programm präsentiert neue Vorstellungen von Subjektivität angesichts der immer wichtiger werdenden Rolle des Nichtmenschlichen.

Konferenzprogramm

Die Konferenz von ever elusive – thirty years of transmediale erkundet, was die Herausforderung der „Dezentrierung des Menschlichen“ bedeuten könnte, und beachtet dabei optimistische Szenarien ebenso wie kritische Auseinandersetzungen und Alternativen, die neue Möglichkeiten der Wahrnehmung des Nichtmenschlichen aufgreifen.

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Film- & Videoprogramm

Das Film- und Videoprogramm erinnert durch die Wiederaufführung einzelner Videoarbeiten aus dem Archiv der transmediale an die Geschichte des Festivals und verweist darüber hinaus auf zentrale Aspekte von ever elusive: die materiellen und animistischen Bedingungen der Wirklichkeit sowie die zunehmende Rolle generativer Computerprozesse und autonomer Maschinen.

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Das ever elusive-Programm wird von dem künstlerischen Leiter Kristoffer Gansing, Daphne Dragona (Konferenz) und Florian Wüst (Film & Video) kuratiert.

Eine Übersicht der rund 200 internationalen Teilnehmer_innen ist hier zu finden.

exhibition
02.02.–05.03.2017

alien matter

Die von Inke Arns kuratierte Sonderausstellung alien matter wird mit dem Festival am 2. Februar 2017 im Haus der Kulturen der Welt eröffnet. „Alien matter” ist eine vom Menschen gemachte, ihm aber gleichzeitig radikal fremde, potenziell intelligente Materie.

Sie ist das Ergebnis einer zunehmenden Naturalisierung technologischer Artefakte. Die von Technologie durchzogene Umwelt führt zu einer neuen Beziehung zwischen Mensch und Maschine: Die bislang als reine Gebrauchsgegenstände definierten technischen Objekte werden zu autonomen Akteuren. Durch ihre Lernfähigkeit und Vernetzung stellen sie die bislang vorherrschende deutliche Trennung zwischen passiven Objekten und aktiven Subjekten infrage.

 

Liste der Arbeiten

 

Ausstellende Künstler_innen: Aliens in Green, Morehshin Allahyari & Daniel Rourke (with Ami Drach & Dov Ganchrow, Joey Holder, Kuang-Yi Ku), Nicolas Maigret & Maria Roszkowska (with Jonathan Beilin & Magnus Pind Bjerre), Constant Dullaart, Ignas Krunglevičius, Mark Leckey, Joep van Liefland, Jeroen van Loon, Katja Novitskova, Sascha Pohflepp, Johannes Paul Raether, Evan Roth, Suzanne Treister, Addie Wagenknecht, YoHa, Pinar Yoldas

excursions
08. / 18. / 24.02.2017

Imaginaries
Interventions
Ecologies

Das ever elusive-Programm wird in Form von drei thematischen Exkursionen an verschiedenen Veranstaltungsorten in Berlin fortgeführt, die konzeptuell mit dem Thema des jeweiligen Tages verbunden sind. Die mit Imaginaries, Interventions und Ecologies betitelten Exkursionen dienen den ganzen Februar über als Erweiterung des Festivals. Sie beschäftigten sich in konzentrierter Form mit spezifischen Aspekten des ever elusive-Themas, die gleichzeitig wichtige Fragestellungen aus der Geschichte des Festivals repräsentieren.

Imaginaries

8. Februar 2017 | Langenbeck-Virchow-Haus

 

Die Exkursion Imaginaries stellt gängige Entstehungsgeschichten und Zukunftsvisionen von Medienpraktiken und -denken infrage. Sie schafft einen Raum für Performances und Diskussionen über spekulative Designprojekte, Science-Fiction, imaginäre Medien und archäologische Untersuchungen, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verschränken.

 

Interventions

18. Februar 2017 | ver.di

 

Die Exkursion Interventions konzentriert sich auf neue Ansätze von immanenter Kritik, Widerstand und kollektiver Organisation – besonders im Bezug auf die Krise datafizierter Politik und digitalen Populismus.

 

Ecologies

24. Februar 2017 | silent green Kulturquartier

 

Der Fokus von Ecologies liegt auf neuer künstlerischer Forschung, welche die unübersichtlichen und verstreuten Ökologien in den Blick nimmt, die inzwischen charakteristisch für das Leben auf diesem Planeten geworden sind – wird es doch durch Ströme von Daten, Kapital und natürlichen Ressourcen re-konstruiert.

closing weekend
04–05.03.2017

Closing weekend

Das Abschlusswochenende am 4. und 5. März 2017 führt die verschiedenen Teile von ever elusive zusammen: Die Verbindung von Sonderausstellung, Panels, Live-Performances, Screenings und Exkursionen soll dabei eine Reflexion über vergangene und zukünftige Formen von Mediensprache anstoßen.


Unter anderem mit Laurie Anderson, Emilien Awada, Constanze Ruhm, Caspar Stracke, Joep van Liefland

partner festival
27.01.–05.02.2017

CTM Festival

Die 18. Ausgabe unseres Partnerfestivals CTM – Festival for Adventurous Music and Art findet vom 27. Januar bis zum 5. Februar 2017 statt. Unter dem Titel Fear Anger Love wird den komplexen (musikalischen) Beziehungen zwischen Körper, Affekt und Politik nachgespürt und radikalen musikalischen Ausdrucksformen sowie dissonanten Gefühlswelten Raum gegeben.

pre-festival program
20.01.–05.02.2017

Vorspiel

Im Rahmen der nächsten Vorspiel-Ausgabe werden die transmediale und das CTM Festival wieder mit einem Berliner Netzwerk von Projekträumen, Galerien, Kulturinstitutionen und individuellen kulturellen Akteuren kooperieren. Vom 20. Januar bis zum 5. März 2017 präsentiert eine Vielzahl von Partnerorten verschiedene Veranstaltungen an den Schnittstellen von Kunst, Technologie & digitaler Kultur sowie im Feld experimenteller Sounds & Musik.